Der Pferdewirt, leben für das Pferd

Die Pferdewirt Berufsbeschreibung kann Dich zu Deinem Traumberuf führen, wenn Du Dir über einige grundsätzliche Dinge im Klaren bist.

Die Arbeit mit Tieren lässt sich nicht mit einer Arbeit an Maschinen oder Werkgegenständen vergleichen. Pferde brauchen Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung. Pflege und Haltung sind aufwändig und richten sich nicht immer nach festen Arbeitszeiten. Hieraus folgt, dass Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Nachtschichten unumgänglich sind. Unregelmäßige Arbeitszeiten sind in diesem Beruf normal. Arbeit mit Tieren verlangt immer viel Engagement. Die Tiere werden es dir danken und du hast dein Hobby zum Beruf gemacht.

Stallarbeit, arbeiten mit dem Schmied, landwirtschaftliche Tätigkeiten sowie der gesamte Umgang mit Pferden erfordern eine gute Konstitution und körperliche Belastbarkeit.
Nicht zuletzt sind Einfühlungsvermögen, Organisationstalent und vor allem Verantwortungsgefühl weitere Voraussetzungen zum Erlernen dieses Berufes. Das Arbeiten mit Pferden sollte Dir bereits vertraut sein.

Anforderungen und Ausbildung

Hauptschulabschluss oder abgeschlossene Lehre. Ansonsten stellt das Gesetz stellt keine Anforderungen an die schulische Ausbildung. Allgemeine Empfehlung ist ein Realschulabschluss.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und beinhaltet:

  • Kenntnisse in Haltung, Pflege und Gesundheit des Pferdes
  • Pferderassenkunde, Zucht und Vererbung
  • Fütterung und Erzeugung des Futters
  • Bewegung und Ausbildung von Pferden
  • Bedienung von Geräten
  • Organisation eines Betriebes und Übersicht über Betriebliche Zusammenhänge
  • Kundenorientierte Dienstleistungen, Verkaufsstrategien

Du wirst diese Kenntnisse sowohl in Deinem Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule erlernen.
Das Berufsbildungsgesetz schreibt das Führen eines Berichtsheftes als Voraussetzung für die Prüfungs-Zulassung vor.

Überbetriebliche Ausbildungen werden von einzelnen Bundesländern angeboten. Sie können z.B. auf Landgestüten stattfinden und ermöglichen neue Einblicke, da ein Ausbildungsbetrieb ja meistens fachspezifisch arbeitet.

Fachrichtungen und Schwerpunkte

Die Pferdewirt Berufsbeschreibung umfasst 5 Schwerpunkte:

1. Pferdehaltung und Service

Arbeit in Reitvereinen oder Gestüten. Hier stehen Pflege, Bewegung des Pferdes, sowie Fütterung und Transport im Vordergrund. Außerdem sollen die Kunden in Fragen rund um ihr Pferd beraten werden.

2. Pferdezucht

Arbeitsorte sind Deckstationen und Zuchtbetriebe. Du erlernst Zuchtplanung und -methoden, Beurteilung von Zuchtpferden und Besamungstechniken. Du besuchst Zuchtschauen, um Zuchttiere vorzustellen und durch Prüfungen zu bringen.

3. Klassische Reitausbildung

Vorwiegend in Reitvereinen werden sowohl Pferde als auch Reiter im klassischen Reitsport ausgebildet, bzw. unterrichtet. Wartung von Stall und Sattelzeug, sowie die normale Pferdepflege füllen diesen Berufsalltag vollkommen aus.

4. Pferderennen

Rennreiten oder Trabrennen fahren – Arbeitsort sind Pferderennställe und Reha-Iinstitutionen für Sportpferde. Neben der obligatorischen Pflege bist Du vorwiegend mit Ausbildung und Training der Rennpferde beschäftigt. Hinzu kommt der Besuch von Rennbahnen.

5. Spezialreitwesen wie Westernreiten oder Gangreiten

In Reitställen mit Schwerpunkt Westernreiten bildest Du Pferde und Reiter im Western- oder Gangreiten aus. Als Experte einer Spezialreitweise bereitest Du Reiter und Pferd auch auf Wettkämpfe vor.

Fortbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten

Durch Weiterbildung oder Studium hast Du die Option, Dich noch mehr zu spezialisieren. Du kannst Deine Fachkenntnisse vertiefen und in einem der folgenden Berufe weiterarbeiten:

Trainer, Leiter eines Gestüts, Berufsreitlehrer, Pferdewirtschaftsmeister (dieser bildet Pferdewirte aus), Jockey oder Trabrennfahrer.