Weiterbildungsmöglichkeiten für Pferdewirte

Der Beruf des Pferdewirts wird seit dem Jahr 2010 in fünf Fachrichtungen unterteilt:

  • Klassische Reitausbildung
  • Pferdezucht
  • Pferdehaltung und Service
  • Pferderennen (Galopp- oder Trabrennen)
  • Spezialreitweisen (Western- oder Gangpferdereiten)

Hat der Auszubildende seine Lehre in der gewählten Fachrichtung abgeschlossen, kann er sich in genau derselben Fachrichtung zum Pferdewirtschaftsmeister fortbilden.

Pferdewirt Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister – die klassische Berufsaufwertung

Die Weiterbildung vom Pferdewirt zum Pferdewirtschaftsmeister kann nur unter bestimmten Vorraussetzungen erbracht werden. Nach der bestandenen Prüfung zum Pferdewirt müssen erst einmal zwei Jahre Berufspraxis im Pferde- oder Reitsportbereich erworben werden. Wer sich zur Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister entschließt, hat eine Reihe Vorbereitungslehrgänge in Fachpraxis und Theorie zu absolvieren, die mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen einhergehen. Zum Teil sind diese Lehrgänge Blockveranstaltungen von vier Wochen, was bei der Planung zu berücksichtigen ist, besonders wenn man sich in einer Anstellung befindet. Außer den weiteren Fachkenntnissen im Pferdebereich lernen die angehenden Pferdewirtschaftsmeister in ein- und zweiwöchigen Modulen, die ebenfalls mit schriftlicher und mündlicher Prüfung abschließen, wissenswertes zu Wirtschaft und Recht. Im letzten Lehrgangsblock, der ebenfalls eine und zwei Wochen umfasst, werden Mitarbeiterführung und Berufsausbildung thematisiert. Zum Abschluss wird das Verfassen einer Meisterprüfungsarbeit verlangt, einer schriftlichen Hausarbeit, die im Zeitraum von zwölf Wochen erstellt werden muss. Sobald der Pferdewirt die Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister abgelegt hat, ist er, sobald seine fachliche und persönliche Eignung von der zuständigen Kammer bestätigt worden ist, zur Ausbildung von Lehrlingen berechtigt.

Weiteres zur Pferdewirt Weiterbildung

Wer den langen Weg zur Pferdewirtschafsmeisterprüfung scheut hat weitere Möglichkeiten Zusatzqualifikationen zu erwerben, welche im Folgenden kurz erläutert werden sollen.

  • Pferdewirte, die sich für Reiten als Gesundheitssport interessieren können eine Ergänzungsqualifikation zum „Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport“ machen. Dabei soll Reiten einerseits therapeutisch als auch präventiv auf das Wohlbefinden von Menschen einwirken.
  • Ebenfalls im Gesundheitsbereich ist die Weiterbildung Therapeutisches Reiten oder Hippotherapie angesiedelt.
  • Pferdewirte im Bereich Pferdezucht können sich zum Reitlehrer FN weiterbilden.
  • Des Weiteren können Pferdewirte eine Fortbildung zum Hufbeschlagsschmied machen, nachdem sie zwei Jahre Berufspraxis nachgewiesen haben.
  • Pferdewirte mit Abitur können im Anschluss an ihre Berufsausbildung ein Studium anschließen, beispielsweise im Bereich Agrar- oder Pferdewissenschaften.
  • Die Landwirtschaftskammern, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) oder private Schulen bieten immer wieder Seminare zu unterschiedlichen Themen für Pferdewirte an. Diese können sich innerhalb der Veranstaltungen im Bereich Pensionspferdehaltung, Sattelanpassung, alternative Betriebskonzepte, Steuerrecht oder Reitplatzbau weitere Kenntnisse aneignen.

Insgesamt gesehen gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten für Pferdewirte, von denen vor allem die Fortbildung zum Pferdewirtschaftsmeister angesehen ist, da sie eine staatlich anerkannte Weiterbildung darstellt. Kosten und Nutzen sollten vor jeder Maßnahme abgewogen werden, da oftmals viel Zeit und Geld investiert werden muss.